Ode an die Freundschaft

Blumen können nicht blühen ohne die Wärme der Sonne. Menschen können nicht Mensch werden ohne die Wärme der Freundschaft. – Phil Bosmans

Es wird cheesy. Ich sage nichts Neues wenn ich behaupte, dass Freundschaften etwas Wundervolles sind. Freunde sind die Menschen die uns neben der Familie durchs Leben begleiten, die wir uns aber im Gegensatz dazu aussuchen können.

Die ersten Freunde gibt´s im Kindergarten. Wir nehmen das erste Mal die anderen Kinder um uns herum richtig wahr und probieren aus, mit wem wir zusammen passen und wen wir auf den Kindergeburtstag einladen. Wir lernen mit ihnen Fahrrad fahren, buddeln im Sandkasten nach Goldschätzen und fangen Frösche im Bach. Wir entdecken die Welt mit ihnen. Die beste Freundin bleibt auch eigentlich immer die beste Freundin, bis auf die Zeiten, wo wir sie hassen und unserer Mama erzählen, dass wir sie total doof finden und sie nie wieder sehen wollen.

In der Pubertät sind Freunde dann wie Statussymbole. Wir wollen cool sein, müssen uns vor uns selbst und den Eltern beweisen wie groß wir schon sind und vor allem das andere Geschlecht beeindrucken. Brüste und Haare wachsen und Jungs sind auf einmal nicht mehr nur Spielzeugfreunde sondern total doof oder bringen uns zum kichern, wenn sie auf einmal mit uns reden. Wir tuscheln in der Clique und tauschen den neuesten Tratsch aus, gehen zusammen shoppen und hängen am Wochenende im Partykeller von angesagten und vor allem älteren Leuten ab, wo wir auch gemeinsam unsere ersten Alkoholerfahrungen sammeln und heimlich in der Toilette das erste Mal jemanden küssen.

Wirklich wichtig werden Freunde aber dann, wenn man wegzieht. Fort von zuhause, allein in eine neue Stadt, mit einem Studienplatz aber ohne Lebensplan und ohne jegliche soziale Kontakte. Jetzt kommt es darauf an aktiv zu werden, Hobbies zu finden und im Studium mit den richtigen Leuten was anzufangen. Auf Erstie-Parties, über die WG-Mitbewohner oder auch über Tinder lernt man erstmal Leute kennen und über die dann noch Weitere, so lange bis man irgendwann das Gefühl hat, dass es Klick gemacht hat.

Doch es ist alles anders als vorher. Man baut keine Sandburgen mehr zusammen, flechtet sich nicht mehr gegenseitig die Haare oder spielt im Baumhaus. Man muss erstmal von null anfangen. Im Leben herrscht auf einmal eine andere Hierarchie der Dinge und wir brauchen Menschen, die diese Dinge mit uns erforschen, mit denen wir wachsen können und mit denen wir gemeinsam in die Selbstständigkeit starten können. Haushalt führen, Ämter besuchen und irgendwie Job und Studium unter einen Hut bringen während man sich nebenbei mal so richtig doll verknallt: niemand schafft das allein. Menschen sind Rudeltiere und das bedeutet: Wir sind füreinander da. Auch wenn Freundschaften oft mühsam sind, viel Pflege verlangen und teilweise auch harte Arbeit bedeuten: Es lohnt sich. Die Freunde die wir jetzt finden, die halten richtig was aus und haben auch das größte Potential für immer im Leben zu bleiben. Sie halten uns einen Spiegel vors Gesicht der uns ganz unbarmherzig zeigt, wie wir sind. Sie kommen nachts um drei mit einer Flasche Wein vorbei wenn wir, weshalb auch immer, am Boden zerstört sind. Sie drücken dich ganz fest wenn es dir schlecht geht und schreien dich an, wenn du Mist baust. Aber du hast sie ausgesucht und das nicht ohne Grund. Sie machen dein Leben komplett und helfen dir bei den Dingen, die du alleine nicht kannst. Wir lieben unsere Freunde und das von ganzem Herzen. Um sie sollten wir uns genauso gut kümmern wie um jede andere (Liebes-)Beziehung auch. Sie machen uns menschlich und sind unsere Familie bis wir irgendwann eine eigene gründen. Danke, dass es euch gibt 🙂

 

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